Verwaltungsentlastung von Pfarrern

Das Erzbistum Köln hat 2014 mit einer Befragung herausgefunden, dass die leitenden Pfarrer im Bistum durchschnittlich  25 Stunden pro Woche mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt sind (PDF). Um diesem entgehen zu wirken und mehr Freiräume für die Seelsorge zu schaffen, werden sogenannte Verwaltungsleitungen eingestellt.

In einer kürzlich veröffentlichen Studie habe ich gezeigt, welche Wege bei der Verwaltungsentlastung der Pfarrer die 27 Bistümer in Deutschland gehen. (PDF) Faktisch alle Bistümer denken darüber nach, dem Pfarrer eine Verwaltungsfachkraft zukünftig zur Seite zu stellen, die Wege dahin sowie die Rollen- und Aufgabenzuschreibungen sind aber zum Teil sehr unterschiedlich.

In mehreren Workshops in unterschiedlichen Diözesen in Deutschland und Österreich habe ich in den letzten Wochen die Fragen einer Verwaltungsentlastung diskutiert. Es zeigt sich deutlich, dass die konkrete Aufgabenabgrenzung und Leitungsverantwortung der Verwaltungspersonen einen erheblichen Einfluss auf die zukünftige Rolle der Pfarrer hat. Ebenso ist genau zu reflektieren, wie verhindert werden kann, dass nicht der Eindruck entsteht, ehrenamtliches Engagement wäre in manchen Bereichen nicht mehr gefragt. Zusammengefasst: Warum sollen Verwaltungspersonen kommen? Wo liegt die pastorale Motivation? Bestimmt nicht darin, „Löcher zu stopfen“, dieses wäre alles andere als nachhaltig. Neben den offensichtlichen Fragen wie Aufgabenabgrenzung, Anstellungsträgerschaft etc. scheint dieses wichtig in der Konzeption zu sein.