Vortrag an der kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel

Am 30. Juni bin ich als Gast beim Kaminabend des Studiengangs Diakoniemanagement an der kirchlichen Hochschule in Bethel. Dort wird das interdisziplinäre Studium Diakoniemanagement angeboten, welches sich der wissenschaftlichen Qualifizierung von Führungskräften in Unternehmen der Sozialwirtschaft und in der Kirche, besonders in Einrichtungen der Diakonie und Caritas, verschrieben hat. Thema des Abends wird Management in kirchlichen Institutionen sein.

Vortrag und Laudatio auf dem KVI-Kongress in Mainz

Wie schon in den letzten Jahren bin ich auch 2016 mit einem Vortrag auf dem Jahreskongress der KVI-Initiative am 8.-9. Juni in Mainz vertreten. Die Initiative richtet sich an Verwaltungsführungskräfte von Kirchen und kirchennahen Organisationen. Mein Vortrag am 9. Juni um 11 Uhr beleuchtet die Frage, was sich hinter dem diffusen Anspruch von „Zukunftsfähigkeit“ verbirgt, der mit Nachdruck an kirchliche Verwaltungen gestellt wird. Am 8. Juni werde ich daneben die Laudatio für den diesjährigen Träger des KVI-Innovationspreises übernehmen.

Rückblick auf die Dialogprozesse in den deutschen Diözesen

Haben die Dialogprozesse die Katholische Kirche in Deutschland vorangebracht? Unter dieser Fragestellung findet vom 1.-2. September 2016 eine gemeinsame Veranstaltung der DBK und des ZdK in der Wolfsburg in Mülheim a. d. Ruhr statt.  (S. 21) Die Veranstaltung soll beleuchten, wie die Ergebnisse der bisherigen Gesprächsprozesse gesichert, die entstandene Gesprächskultur weiterentwickelt und partizipative Strukturen implementiert werden können.  Ich wurde eingeladen, einen Beitrag hinzuzusteuern, ob und wie Ekklesiologie und Organisationsentwicklung unter den Stichworten Partizipation, Subsidiarität und Synodalität in Dialog gebracht werden können. Ich freue mich auf spannende Gespräche und neue Impulse.

Die 20 Zukunftsbild-Projekte des Bistums Essen im Blick

Das Bistum Essen hat mich für den 25. April eingeladen, die 20 Zukunftsbild-Projekte zu begutachten und neue Impulse für die weitere Bistums-Entwicklung zu geben. In disziplinenübergreifender Runde verspricht dieser Tag erkenntnisreich und inspirierend zu werden. Ich bewundere an manchen Stellen die Konsequenz meines aktuellen Heimatbistums, die gesellschaftlichen, demographischen und finanziellen Herausforderungen schonungslos in den Blick zu nehmen und Entscheidungen im Heute am Morgen auszurichten. Mit welcher strukturellen Konsequenz das passiert und wie konkret dieses wird, das zeigt beispielhaft das kürzlich veröffentlichte  Pfarreienentwicklungskonzept aus Gladbeck, welches hier heruntergeladen werden kann.

Führung mit Paradoxien

Eingeladen wurde ich, am 14. April in Dortmund vor Leitungskräften im Allgemeinen Sozialen Dienst der Kommunen über Führung zu sprechen.  Diese müssen in ihrer Sandwichposition mit Paradoxien umgehen: “Sie sind verantwortlich für gute Hilfen und sollen gleichzeitig möglichst sparsam sein. Sie sollen alles im Griff haben und doch geschieht dauernd Unvorhersehbares. Sie sollen für qualitativ gute Arbeit sorgen, sind aber mit ständig neuen Aufgaben, Sparmaßnahmen und starker Personalfluktuation konfrontiert.” (Flyer)

Unterschiedliche, sich teilweise widersprechenden Ziele sind ein Charakteristikum im Management von Non-Profit-Organisationen. Da wird so manches Mal die Privatwirtschaft beneidet, die mit dem “komplexitätsreduzierenden Faktor Geld” (Ruth Simsa) Ziele einfacher gewichten kann. Den Leitungskräften einige Impulse für ihre Arbeit zu geben, darüber freue ich mich.

Fail fast, fail cheap! – Auch Scheitern will gelernt sein

Für einen Gastvortrag war ich am 30.01.16 im MBA-Kurs zu “International Entrepreneurship” von Stefan Heinemann zu Gast. Eigentlich kann ich akademisch gesehen zu dem Thema nicht viel sagen, aber ich habe Erfahrung darin, wann und wie man bei einem Start-up richtig die Reißleine zieht.

Im Jahr 2013 habe ich mit zwei guten Freunden die Firma “Daily Duty” gegründet. Online haben wir Toilettenpapier verkauft. Ethisch einwandfrei, das war unser Kundenversprechen: “Die Spendenrolle von DailyDuty -Verantwortungsbewusstes Toilettenpapier für ein gutes Gewissen am Ende der Nahrungskette”. Die Geschäftsidee war grundsätzlich ganz gut und hatte Charme. [PDF]

Trotzdem hat sich nicht der Erfolg eingestellt, den wir uns erhofft hatten. An manchen Ecken war unser Geschäftsmodell einfach nicht durchdacht, an manchen Stellen hätten wir auch einfach mehr Engagement zeigen sollen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ein knappes Jahr nach dem Start haben wir alles für einen recht kleinen Betrag an den Biohof einer Freundin verkauft, aber auch dort ist die Idee nicht groß geworden. Im Rückblick war unser Startup-Ausflug eine doch recht günstige Erfahrung, Investitionen in Zeit und Geld hielten sich in Grenzen, getreu der goldenen Regel der Unternehmensgründung: “Fail fast, fail cheap!”

Aus der Perspektive kann ich Studierenden doch einiges über Unternehmensgründung erzählen, auch wenn ich kein florierendes Kleinunternehmen mein Eigen nenne. Zusammen danach zu suchen, warum etwas schief gegangen ist, kann ganz lehrreich und unterhaltsam sein. Es verwundert ja auch nicht, dass mit Fuckup Nights 2012 eine weltweite Bewegung entsteht, in der junge Gründer selbstbewusst über ihre gescheiterten Unternehmensgründungen berichten: Eine “Kultur des Scheitern” als Grundlage für Erfolg.

“Rent your Prof” – mit Wirtschaftsethik in der Schule

Am 26. Januar hat mich das Gymnasium Nord-Ost in Essen eingeladen, im Rahmen der FOM-Initiative “Rent your Prof” zwei Schulstunden Hochschulatmosphäre in zwei Abiturkurse zu bringen. Zwei Erwartungen habe ich direkt enttäuscht: Kein alter Mann mit grauem Bart und auch keine Antworten auf all die vorbereiteten Fragen. Ich habe den Spieß einfach umgedreht und selbst Fragen formuliert oder die vorgeschlagenen Lösungen direkt wieder kritisiert.

Mir ging es nicht um eine Predigt für die Vorteile eines ethisches Lebens mit einem eventuellen Fensterplatz im Himmel zur Belohnung, sondern um vier Thesen, die ich veranschaulichen wollte:

  • Jede Konsumentscheidung ist auch eine ethische Entscheidung, da kann sich niemand von uns aus der Verantwortung nehmen. Und die Konsequenzen zu bewerten, das ist gar nicht so einfach: Ist es richtig, gebrauchte Kleidung in den Sammelcontainer des Roten Kreuzes zu werfen? Was wird dann eigentlich damit gemacht?
  • Ethisch bewusst zu handeln, das erfordert einen genauen Blick, denn genau wie wir Konsumenten, kommen auch die Produzenten nicht immer ihrer Verantwortung nach: Die Aussage von Katjes z. B. ihr Naschwerk enthalte kein Fett, ist zwar richtig, grenzt aber trotzdem an Verbrauchertäuschung. Und wenn Einzelhändler keine Bio-Produkte ins Regal stellen, können wir diese nur mit Zusatzaufwand kaufen.
  • Vertrauen ist ein zentraler Unternehmenswert, der schwer aufgebaut, aber leicht verspielt werden kann. Diskutiert haben wir das an der Frage, warum Volkswagen nach der Dieselaffäire zig Milliarden Euro an Börsenwert verloren hat, wobei es doch eigentlich nur um Details bei den Abgaswerten geht, die die meisten Kunden eh nicht interessieren.
  • Kurzfristig mag unethisches Verhalten sich oft auszahlen, langfristig sieht die Rechnung aber oftmals anders aus. Am Beispiel des Verkaufes von Gasturbinen eines deutschen Unternehmens in einen korruptionsgeplagten Staat sind wird der Frage nachgegangen, ob hier Schwarzgeld gut angelegt ist, weil es alle anderen ja auch machen. Spätestens als allen klar war, wie erpressbar man sich bei einem späteren Karrieresprung bei den eigenen Mitarbeitern macht, kippte die Überzeugung.

Wenn die Schülerinnen und Schüler mitgenommen haben, dass Wirtschaftsethik viel mit Nachdenken und Hinterfragen zu tun hat, dann bin ich ganz zufrieden mit dem Vormittag.

Christliches Profil – Vor- oder Nachteil in Zeiten des Fachkräftemangels?

Eingeladen wurde ich zum Kongress „Jobmotor Gesundheitswirtschaft – Entwicklungs- und Zukunftsperspektiven von Gesundheitsberufen“ [PDF] am 22. Januar an der FOM in Wuppertal. Dabei zusammen mit einem ehemaligen Harvard-Professor im Programm zu stehen, das war eine seltene Ehre für mich.

Neben Vertretern von Krankenkassen, Ärzten, Apothekern und Co, was konnte ich dabei zum „Jobmotor Gesundheitswirtschaft“ sagen? Mein Vortrag richtete den Blick auf die Tatsache, dass in Nordrhein-Westfalen mehr als 70{ff8fe9fa9fd47083462fa99647f1a5e50a4f1b6870ded31f78bc1dff4e70d0d2} aller Krankenhäuser in konfessioneller Trägerschaft sind. Vor dem Hintergrund des eklatanten Fachkräftemangels in der Gesundheitswirtschaft stellt sich für diese Gruppe an Häusern eine zentrale Frage: Lockt die christliche Trägerschaft Bewerber an oder schreckt sie eher ab?

Die Zeiten, dass eine maßgebliche Anzahl an Ärzte oder Pflegekräfte aufgrund ihrer religiösen Überzeugung ausschließlich in einem katholischen oder evangelischen Haus arbeiten wollen, sind gewiss vorbei – wenn es sie denn je gegeben hat. Aber gibt es doch Facetten in der Unternehmenskultur christlicher Krankenhäuser, die attraktiv für Mitarbeiter sein können und mit dem man sich positiv von anderen Häusern absetzen kann?

Gerald Lux sagte in seinem Vortrag an dem Tag, dass einer der Sätze, die Mitarbeiter aus der Pflege nicht hören können, die Feststellung sei, „solch einen Beruf mache man ja nicht des Geldes wegen“.

Solch ein Satz nimmt Menschen in ethische Geiselhaft und verhindert eine faire Diskussion über die zu verbessernden Arbeitsbedingungen in der Pflege. Aber trotzdem: Der Satz ist wahr. Studien zeigen, dass vor allem nichtmonetäre Aspekte zur Übernahme eines Gesundheitsberufs motivieren und ein starkes „inneres Leitbild“ (Hans Hobelsberger) mit pflege- bzw. medizinethischen Grundsätzen die Arbeit prägt.

Kann ein konfessionelles Haus mit einem gelebten „äußeren Leitbild“ trotz allgemeinem wirtschaftlichem Druck für ein Umfeld sorgen, in dem sich diese intrinsische Hinwendung zum Patientenwohl stärker entfalten kann? Hat diese Frage für die Berufsansprüche der „Generation Y“ nicht noch mehr Relevanz als für alle Generationen davor? Und wie kriegt man es hin, dass ein Leitbild nicht bloß ein Stück Hochglanzpapier bleibt und als „Leidbild“ oder „Lightbild“ endet, sondern als ein strategisches Ziel wahr- und ernstgenommen wird?

Aus dieser Perspektive ist doch einiges zum „Jobmotor Gesundheitswirtschaft“ zu sagen.